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Unser altsämisch gegerbtes Hirschleder

Altsämisch gegerbtes Hirschleder – feinstes Wildleder in einzigartiger Güte

 

Der Rothirsch ist die größte freilebende heimische Wildart. Der Hirsch wird auch als „König des Waldes" bezeichnet. Seit jeher dient die Rothirschhaut als Grundlage für das feinste aller Leder, dem altsämisch gegerbten Wildleder. Das Wort Sämischleder hat seinen Ursprung in dem niederländischen Wort "Semie" und bedeutet "sehr weich". Die Sämischgerbung ist ein Zweig der sogenannten Weißgerbung, daher auch der Name der "Weißgerber-Walk".

Die traditionelle altsämische Herstellung dieses weichen aber äusserst belastbaren und beständigen Leders ist sehr aufwändig.

So werden die Rohhäute, die zuvor in Salz eingelegt und haltbar gemacht wurden, erst einige Tage in einer Grube eingeweicht und gewässert. Anschliessend werden etwa 200 Hirschfelle für etwa vier bis sechs Wochen im Äscher, in einer Kalkbrühe aufgeweicht, damit sich die Haare lockern.

Die Felle können nun enthaart werden.

Wenn alle Haare entfernt sind, kommen die Felle erneut für etwa vier Wochen in den Äscher, damit die Häute weicher werden und anschliessend das Unterhautbindegewebe und die Narbenschicht entfernt werden kann. Je länger die Häute im Äscher verbingen, desto weicher werden die Leder. Wenn die Narbenschicht und das Unterhautbindegewebe nun entfernt ist, hält der Gerber sogenannte Blössen in den Händen.

Reines, noch nicht konserviertes Leder.

Diese Blössen werden ausgiebig gewässert und damit entkalkt. Dies geschieht wie vor Hunderten Jahren im Bach. Dieses Wässern im Bach wird in ganz Europa nur noch von einer einzigen Gerberei mit Genemigung betrieben. Dieses Wässern im sauberen Wasser ohne Chemie ist unbedingt nötig, damit eine anschliessende, problemlose Gerbung in der Weissgerberwalk überhaupt möglich ist.

Beim anschliessenden Abwälken werden die Häute gewalkt und Ihnen dabei Feuchtigkeit entzogen. Drei Monate sind vergangen, bevor mit dem eigentlichen Gerbvorgang begonnen werden kann.

Die Besonderheit der Sämischgerbung im Vergleich zu allen anderen Gerbarten besteht darin, dass als Gerbstoff ausschliesslich Dorschtran (Fettöl des Dorsches) verwendet wird. Da die Häute aus ca. 70% Wasser bestehen und sich Öl und Wasser nicht vertragen, musste ein Verfahren entwickelt werden, bei dem das Öl in die Haut transportiert wird. Dies geschieht mit zentnerschweren Hämmern, die den Gerbstoff buchstäblich in die Haut hineinhämmern.

Durch das Walken und die dabei entstehende Erwärmung wird ein Oxidationsprozess des Dorschtrans mit Sauerstoff erreicht, der den Tran in verschiedene Gerbstoffe umwandelt. Die Häute werden nun immer wieder und wieder jeweils etwa zwölf Stunden gewalkt und zwischendurch im Freien aufgehängt und getrocknet.
 

Dieser Vorgang wird oft wiederholt, damit ein langsamer Ausgleich des Wassers der Haut mit dem Dorschtran erreicht wird. Nach ca. vier Wochen und mehreren Tagen des Walkens ist der Gerbvorgang abgeschlossen und man hält das gegerbte Leder in Händen.

Diese Gerbung in der Walke ist eine zeitlich sehr aufwändige, arbeitsintensive und mit viel Erfahrung verbundene Gerbart.

Dies ist ein Hauptgrund, warum dieses Verfahren heute nur noch im oberschwäbischen Biberach durchgeführt wird. Alle anderen Gerbereien haben ihre Gerbung auf schnellere, einfachere und problemlosere Methoden umgestellt. Damit wird allerdings ein Qualitätsverlust in Kauf genommen.

Nach der Gerbung wird nun jedes Leder mit der Hand "gestrichen". Dabei wird geprüft, ob noch Drüsen im Leder sind. Sie werden auf dem Streichbaum in Handarbeit entfernt. Der Gerber muss dabei mit viel Gefühl vorgehen, sonst bleiben Flecken und Striche zurück. Nachdem die Leder mehrmals in einem Sodabad ausgewaschen sind, werden sie zum Trocknen aufgehängt.

Dann erfolgen die sogenannten Zurichtearbeiten am Leder. Die getrockneten Leder müssen jetzt wieder weich gemacht werden, welches man als "Stollen" bezeichnet. Danach müssen die Leder wieder mit einem Schmirgel geschliffen werden, damit ein feiner Velours- oder Wildledereffekt erreicht wird. Anschliessend werden die Leder gefärbt. Da Wildleder nur auf einer Seite gefärbt ist, kann eine Färbung nicht im Fass durchgeführt werden. Bei der Sämischlederfärbung wird eine sogenannte Bürstfärbung vorgenommen, bei welcher die Leder auf einer Glasplatte ausgestossen werden und die Farbe mit Fixierung durch mehrmaliges Bürsten auf das Leder aufgetragen wird. Als Farbstoff werden ausschließlich Naturstoffe wie Blau- und Gelbholzextrakte oder sogenannte Erdfarbstoffe verwendet. Unsere Gewehrriemen erhalten alle die Farbe „Alt Salzburger Schwarz" die ursprüngliche Farbe für sämisch gegerbtes Hirschleder.

Nach anschliessendem Trocknen, Stollen, nochmaligem Schleifen, Nachegalisieren und abschliessendem Polieren der Farbe hält man das feinste aller Leder, das altsämisch gegerbte Wildleder in Händen, welches an Qualität von keinem anderen Leder übertroffen wird.

Dieser gesamte Gerbvorgang hat nun ca. ein Jahr in Anspruch genommen und beinhaltet ca. 50 Arbeitsvorgänge. Das Leder wird dabei vom Gerber ca. 300 Mal in die Hand genommen und bearbeitet. Die fertigen Hirschleder werden dann auf eine gleichmässige Stärke zugerichtet und geschnitten. Dieses aussergewöhnliche Leder wird anschliessend - ebenfalls traditionell von Hand - zu unserem Gewehrriemen vernäht: einem einzigartigen, exklusiven Schmuckstück für Generationen.