Kitzrettung in der Mahdsaison

Kitzrettung in der Mahdsaison

Adrian Ostermayer |

Wann setzen Rehe ihre Kitze – und wie schützen wir sie wirksam?

Ein Leitfaden für Jäger, Landwirte und Naturfreunde

Die Setzzeit: Wann kommen die Kitze zur Welt?

Jedes Jahr im späten Frühjahr beginnt für Rehwild die wichtigste Phase des Reproduktionszyklus. In Mitteleuropa setzen Ricken ihre Kitze hauptsächlich von Mitte Mai bis Mitte Juni, mit einem deutlichen Schwerpunkt in der zweiten Maihälfte und den ersten Junitagen. Vereinzelt kommen Kitze auch noch Anfang Juli zur Welt – das bleibt aber die Ausnahme.

Die Setzzeit fällt damit genau in jene Wochen, in denen die Landwirtschaft mit der ersten Grasmahd beginnt. Eine fatale Überschneidung: Junge Kitze fliehen in den ersten zwei Lebenswochen nicht, sondern drücken sich instinktiv tief ins Gras. Diese natürliche Schutzstrategie wird ihnen bei der maschinellen Mahd zum Verhängnis.

Warum drücken sich Kitze?

In den ersten Lebenstagen verfügen Kitze über kaum eigenen Körpergeruch. Die Ricke versteckt ihr Kitz aktiv im hohen Gras und kommt nur zum Säugen vorbei. Bei Gefahr aktiviert das Kitz seinen Drückinstinkt: Es presst sich flach an den Boden, der Herzschlag verlangsamt sich, jede Bewegung wird unterdrückt.

Was vor natürlichen Beutegreifern hervorragend schützt, versagt vor dem Mähwerk vollständig. Schätzungen zufolge fallen in Deutschland und der Schweiz jährlich mehrere zehntausend Kitze der Mahd zum Opfer – ein vermeidbares Tierleid, das zudem strafrechtliche Konsequenzen für Landwirte haben kann.

Die Verantwortung der Beteiligten

Die Kitzrettung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Landwirt, Jagdpächter und gegebenenfalls ehrenamtlichen Helfern. Der Landwirt ist verpflichtet, vor der Mahd zumutbare Maßnahmen zur Wildtierrettung zu ergreifen. Der Jagdpächter sollte rechtzeitig über geplante Mahdtermine informiert werden – am besten 48 bis 72 Stunden im Voraus.

Vergrämungsmittel richtig einsetzen

Olfaktorische Vergrämungsmittel sind ein zentraler Baustein der Kitzrettung. Ihre Wirkung beruht nicht darauf, das Kitz selbst zu vertreiben – das junge Kitz reagiert ja gerade nicht auf Gefahrenreize. Stattdessen zielen die Mittel auf die Ricke: Sie nimmt den fremden, intensiven Geruch wahr, deutet ihn als Gefahr und setzt ihr Kitz aktiv um.

Der richtige Zeitpunkt

Der Einsatz erfolgt am Vorabend der Mahd, idealerweise 24 bis 36 Stunden vorher. Diese Zeitspanne ist entscheidend:

  • Zu früh ausgebracht (mehrere Tage vorher): Die Wirkung lässt nach, das Wild gewöhnt sich an den Geruch.
  • Zu spät ausgebracht (am Morgen der Mahd): Der Ricke fehlt die Zeit, ihr Kitz an einen sicheren Ort umzusetzen.

Die richtige Anwendung

  • Fläche am Vortag am späten Nachmittag oder Abend abgehen
  • Duftträger (getränkte Lappen, Stäbe, Knistertüten) im Abstand von etwa 20 bis 30 Metern verteilen
  • Bei größeren Flächen: Schwerpunkt auf Randbereiche und potenzielle Einstandszonen legen
  • Am Mahdtag die Fläche zusätzlich mit Wärmebilddrohne oder geführtem Hund absuchen
  • Von innen nach außen mähen, damit Altwild und ältere Kitze flüchten können

Stinki Wildlenkmittel: Verlässliche Vergrämung aus dem Hause Ostermayer

Für den professionellen Einsatz haben wir mit Stinki ein hochwirksames Wildlenkmittel entwickelt, das genau auf diese Anforderungen zugeschnitten ist. Stinki kombiniert intensive Geruchsstoffe in einer langanhaltenden Formulierung – ausreichend kräftig, um die Ricke zuverlässig zum Umsetzen ihres Kitzes zu bewegen, und gleichzeitig stabil genug, um über die kritischen 24 bis 36 Stunden vor der Mahd zu wirken.
Hier gehts zum Produkt:

https://ostermayer-jagd.com/products/stinki-wildlenkmittel-500ml

Stinki eignet sich nicht nur für die Kitzrettung, sondern auch für die gezielte Wildlenkung an Verbissflächen, Jungkulturen und in der Schadensprävention. Die Anwendung ist denkbar einfach: aufträufeln, ausbringen, wirken lassen. 

Die Kombination macht den Erfolg

Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Vergrämungsmittel allein reichen erfahrungsgemäß nicht aus, um eine Mahdfläche vollständig kitzfrei zu bekommen. Die zuverlässigste Methode ist die Kombination aus:

  1. Vergrämung am Vorabend mit Stinki oder vergleichbaren Mitteln
  2. Wärmebilddrohne am frühen Morgen der Mahd (vor Sonnenaufgang am effektivsten, da der Temperaturkontrast zwischen Kitz und Umgebung dann am größten ist)
  3. Hundesuche als Ergänzung oder Alternative zur Drohne
  4. Mähtechnik von innen nach außen, mit reduzierter Geschwindigkeit am Schlagrand

Wer alle vier Bausteine konsequent umsetzt, kann die Verluste praktisch auf null reduzieren.

Rechtlicher Hinweis

Das vorsätzliche oder fahrlässige Töten von Kitzen bei der Mahd kann nach § 17 Tierschutzgesetz (Deutschland) bzw. Art. 26 TSchG (Schweiz) strafrechtliche Konsequenzen haben. Die Dokumentation der ergriffenen Schutzmaßnahmen – idealerweise mit Foto und Zeitstempel – ist im Schadensfall ein wichtiger Nachweis sorgfältigen Handelns.

Fazit

Die Setzzeit von Anfang Mai bis Mitte Juni ist die kritischste Phase im Rehwildjahr. Wer rechtzeitig plant, frühzeitig kommuniziert und auf bewährte Hilfsmittel wie Stinki Wildlenkmittel setzt, leistet einen unmittelbaren Beitrag zum Tierschutz – und entlastet zugleich Landwirt und Jagdpächter. Die Kitzrettung ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage von Vorbereitung, Timing und der richtigen Werkzeuge.


Sie haben Fragen zum Einsatz von Stinki Wildlenkmittel oder benötigen grössere Mengen für Ihren Jagdbezirk? Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne.

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